Schulprogramm

Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg ist die berufliche Bildungseinrichtung der Stadt Remscheid für die Berufsfelder der Bereiche Sozial- und Gesundheitswesen, Körperpflege sowie Ernährung und Hauswirtschaft.

In diesen Berufsfeldern bereiten zurzeit 43 Kolleginnen und Kollegen mehr als 750 Schülerinnen und Schüler in elf überwiegend vollzeitschulischen Bildungsgängen auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Dabei vermitteln wir sämtliche weiterführenden allgemein bildenden Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur Fachhochschulreife sowie eine Fülle beruflicher Qualifikationen und Ausbildungen. Jahr für Jahr bilden wir ca. 60 Absolventen erfolgreich für einen sozialen Beruf aus (staatlich anerkannte Kinderpfleger/innen und Erzieher/innen), womit wir zu den größten Ausbildungsbetrieben Remscheids zählen. Vielfältige Qualifizierungsmaßnahmen (z.B. Qualifizierungskurs "Kinderpflegern/innen werden Erzieher/innen", Aufbaubildungsgang "Sozialmanagement" oder Lehrgang zur Hauswirtschafterin) runden das schulische Angebot ab. Ab dem Schuljahr 2010/11 werden wir zudem den/die staatlich anerkannte/n Sozialhelfer/in anbieten können.

Leitbild des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs

"Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden" - diese Mahnung gegen die Rekrutierung Jugendlicher für den Krieg war das Vermächtnis von Käthe Kollwitz. Dem berühmten Zitat unserer Namensgeberin, der großen Bildhauerin und Friedensaktivistin, fühlen wir uns auch heute noch verpflichtet. Nicht mehr Kriege bedrohen das Heranwachsen und Reifen, sondern unverantwortetes Handeln und kritikloses Einordnen in starre Kategorien und Schemata. Wir wollen helfen, den Reifungsprozess unserer Schülerinnen und Schüler zu begleiten, zu fördern und zur vollen Entfaltung zu bringen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Berufsfelder und Bildungsgänge soll unser Leitbild die Gemeinsamkeit der Bildungs- und Erziehungsarbeit verdeutlichen und den Rahmen für die konkreten Zielsetzungen in den Bildungsgängen vorgeben. Wir fühlen uns daher den folgenden Leitzielen verpflichtet:



1. Im Mittelpunkt der schulischen Arbeit steht für uns die Förderung und Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten.

Wir wollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Fachkompetenz, ihrer Sozialkompetenz und ihrer Personalkompetenz entsprechend ihrer individuellen Anlagen und Fähigkeiten so gut wie möglich fördern und auf ein lebensbegleitendes Lernen vorbereiten.

Unter Fachkompetenz verstehen wir die Fähigkeit, berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben und zu festigen. Sozialkompetenz beinhaltet die Fähigkeit, sich mit gesellschaftlichen Prozessen auseinander zu setzen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Personalkompetenz schließlich umfasst die Fähigkeit, die eigene Persönlichkeit zu entfalten und zu entwickeln.

2. Als grundlegend für unsere curriculare Arbeit sehen wir es an, die vorgegebenen didaktischen Konzepte in schuleigenen Lehrplänen für die einzelnen Bildungsgänge weiter zu entwickeln und günstige Ausgangsbedingungen zu schaffen.


Auf der Grundlage der aktuellen Richtlinien und Lehrpläne entwickeln wir schuleigene Lehrpläne. Dabei leitet uns das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung im Unterricht, das die - vor allem in den beruflichen Bildungsgängen geforderte - Theorie-Praxis-Verbindung erleichtert und zur Förderung der Kompetenzen besonders geeignet ist.

Die Gestaltung des Unterrichts durch fächerübergreifende Methoden, wie z. B. Projektarbeit und Selbstlernphasen, entspricht den heutigen beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen in besonderer Weise. Damit wollen wir zugleich die Medien- und Präsentationskompetenz unserer Schülerinnen und Schüler fördern.



3. Wir verstehen es als unsere Verpflichtung, ein gutes Schul- und Unterrichtsklima auf der Grundlage von Freundlichkeit, Höflichkeit, Toleranz, gegenseitiger Wertschätzung und Verantwortung aller am Schulleben Beteiligten zu schaffen.


Ein freundlicher und höflicher Umgang miteinander bestimmt eine gute Atmosphäre als Grundlage für das Zusammenleben und die Zusammenarbeit in der Schule.

Lernen und Lehren als interaktives Handeln erfordern zudem die Achtung voreinander und die gegenseitige Mitverantwortung. In einem derartigen sozialen Klima lassen sich Motivation und Arbeitsfreude, aber auch Toleranz gegenüber anderen Meinungen und Kulturen entfalten und Konflikte lösen.

Wo es dennoch notwendig ist, ziehen wir auf der Grundlage gemeinsam vereinbarter Regeln und Verfahren klare Grenzen für Verhaltensweisen, die das Schulklima negativ beeinträchtigen.


4. Wir erachten eine breite Kooperation mit außerschulischen Partnern als eine wesentliche Voraussetzung für die Theorie-Praxis-Verzahnung in den einzelnen Bildungsgängen und die Öffnung der Schule in das gesellschaftliche Umfeld.


Wir werden die Verzahnung von betrieblicher und schulischer Ausbildung im Rahmen des dualen Systems ebenso weiter entwickeln wie die Zusammenarbeit mit den Praxisstellen in den entsprechenden Bildungsgängen. Auf diese Weise stimmen wir die beruflichen und betrieblichen Anforderungsprofile und die schulischen Lernsituationen aufeinander ab und verdeutlichen unseren Schülerinnen und Schülern den engen Theorie-Praxis-Bezug.

Die wechselseitigen Kontakte zu den Ausbildungsbetrieben, den Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens, den Kammern und den zuständigen Stellen wollen wir erhalten und weiter ausbauen.


Wir bemühen uns, den Austausch mit Einrichtungen der beruflichen Bildung in anderen Ländern zu intensivieren, um im Vergleich mit anderen Systemen auch stets unsere eigene Position kritisch zu hinterfragen.

Unser Ziel ist es, in unseren Bildungsgängen eine gesundheitsbewusste Erziehung mit ökologischer Verantwortung zu verbinden. Deshalb arbeiten wir eng mit Verbraucherorganisationen, der Energieberatung der Stadt Remscheid und weiteren externen Partnern zusammen. Wir bemühen uns, neue gesellschaftliche Anregungen aufzugreifen und zu integrieren.

5. Beratung und Information nach innen und außen sind wesentliche Bestandteile unserer pädagogischen Arbeit.


Wir fühlen uns verpflichtet, alle an den Bildungsgängen der Schule interessierten oder beteiligten Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Ausbildungseinrichtungen und die sonstige Öffentlichkeit umfassend zu informieren und zu beraten.

Eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit der Schule, in der die Bildungsgänge dargestellt werden, bietet die Grundlage zur individuellen Beratung. Wir verfolgen damit das Ziel, die jeweiligen personellen, schulischen oder beruflichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler über die Bildungsmöglichkeiten unserer Schule bestmöglich weiterentwickeln zu helfen.

Mit unserem Beratungsangebot - als Lebens-, Laufbahn- oder Berufsberatung - wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler während ihrer gesamten Schulzeit begleiten.


6. Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung durch außerschulische Bildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler helfen uns dabei, die Qualität der Erziehungs- und Bildungsarbeit ständig zu verbessern.


Fort- und Weiterbildung im berufsbezogenen wie im allgemeinen pädagogischen Bereich helfen, die berufliche Qualifikation der Lehrkräfte, und damit auch die Qualität der Bildungs- und Erziehungsarbeit, weiter zu entwickeln.


Mit schulinternen Fortbildungsveranstaltungen in Tages- und Abendform sowie zielgerichteten Hospitationen und Exkursionen ergänzen wir den Unterricht, verdeutlichen unseren Schülerinnen und Schülern, dass ständige Weiterbildung notwendig und sinnvoll ist, und zeigen Alternativen zur Umsetzung dieses Anspruchs auf.