Kapitel 1: Guter Unterricht

Das Gelingen guten Unterrichts beruht für uns - neben der fachlichen und didaktischen Gestaltung der Unterrichtseinheiten zur Unterstützung eines aktiven Lernprozesses - auf der Interaktion zwischen Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften sowie einer guten Lernatmosphäre. Wir orientieren uns bei der Planung und Umsetzung guten Unterrichts am Tableau der Qualitätsanalyse NRW www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Qualitaetssicherung/Qualitaetsanalyse.

Unsere Lehrkräfte haben eine hohe Motivation, eine sachgerechte, zielorientierte Methodenvielfalt, Sozialformvielfalt und Mediennutzung in das Unterrichtsgeschehen einzubinden, um den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden optimal zu unterstützen.

Unserem Ziel der Eigenverantwortlichkeit entsprechend, halten wir unsere Schülerinnen und Schüler, je nach Bildungsgang, an, ihr Lernen möglichst weitgehend selbst zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Regelmäßig werden daher Selbstlernphasen und evaluative sowie diagnostische Einheiten angeboten.

1.1 Lernatmosphäre

Großen Wert legen wir auf die besondere Atmosphäre und einen den Mitmenschen achtenden Umgangston. Wir achten besonders auf Werte wie Pünktlichkeit, Höflichkeit, Zuverlässigkeit; in besonderem Maße jedoch auf ein wertschätzendes Miteinander. Dem persönlichen Gespräch kommt dabei eine tragende Rolle zu.

1.2 Richtlinien und Lehrpläne

In den letzten Jahren haben wir für alle Bildungsgänge didaktisch-methodische Jahresplanungen verfasst, neue Richtlinien und Lehrpläne und das Konzept der Lernfelddidaktik umgesetzt. Die Jahresplanungen werden regelmäßig evaluiert und angepasst.

1.3 Handlungs- und Lernfeldorientierung

Das KKB arbeitet nach den Prinzipien der Schüler-, Handlungs- und Problemorientierung sowie der Lernfelddidaktik. Wir schöpfen daher Themen, Ziele und Inhalte möglichst aus der Lebenswirklichkeit und der beruflichen Praxis der Schülerinnen und Schüler. Anhand komplexer Aufgaben und Fallbeispiele aus der Praxis und dem Leben der Schülerinnen und Schüler versuchen wir, diese optimal darauf vorzubereiten, ihr Leben selbst bewältigen zu können.

Beispielhaft wird ein Lernfeld mit dazu gehöriger exemplarischer Lernsituation aus dem Bildungsgang der Berufsfachschule für Kinderpflege aufgeführt:

Lernfeld 3: Erziehungs- und Bildungsprozesse sowie Pflege- und Versorgungsmaßnahmen planen, durchführen und reflektieren

Lernsituation 1: Die Kinder der Gruppe und meine Aufgaben im Kindergarten

Sie arbeiten als Kinderpflegerin in einer konfessionellen Kindertagesstätte. In der Einrichtung befinden sich 75 Kinder, verteilt auf drei Gruppen.

In Ihre Gruppe sind im Sommer 7 neue Kinder gekommen. Alle sind drei Jahre alt. In der Gruppe befinden sich außerdem 8 Kinder im Alter von 4 Jahren und jeweils 5 Kinder im Alter von 5 und 6 Jahren.

Bei Ihren Beobachtungen stellen Sie unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder fest.

Ihre Aufgabe ist es, zielgerichtete Handlungen und Aktionen entsprechend den Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln.

Die Konkretisierung der Lernsituationen erfolgt in den Bildungsgangkonferenzen. Das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung gilt für alle Bildungsgänge am KKB.

Handlungsorientierter Unterricht soll zur Verbesserung der Entwicklung, Ausbildung und Förderung der beruflichen Handlungskompetenz führen. Hier versuchen wir insbesondere, die Fach-, Human- und Sozialkompetenz unser Schülerinnen und Schüler und Studierenden zu fördern. Auch der Methoden-, Lern- und Sprachkompetenz widmen wir unsere besondere Aufmerksamkeit. Wir unterstützen etwa mit Lernangeboten im Bereich der Sprachförderung und in der Projektarbeit die Entwicklung dieser Kompetenzbereiche.

Die Handlungsorientierung ist jeweils verknüpft mit den aktuellen Lernsituationen der entsprechenden Bildungsgänge. Die Lernsituationen - als berufliche Aufgaben- bzw. Problemstellungen - gestalten wir so, dass ein höherer Praxisbezug entsteht und die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden gesteigert wird.

Das selbstständige Lernen wollen wir dadurch fördern, dass eine Auseinandersetzung mit den Lernsituationen - dem Modell der vollständigen Handlung entsprechend - in sechs Schritten erfolgt:

  • Analyse der Lernsituation,
  • Entwicklung eines Handlungsziels,
  • Entwicklung eines Handlungsplans,
  • Handlungsdurchführung,
  • Handlungsbewertung und -kontrolle
  • sowie gemeinsame Auswertung und Reflexion.

Bei der Durchführung dieser Schritte arbeiten die Schülerinnen und Schüler und die Studierenden möglichst eigenständig und im Team. Dabei soll die Kommunikation und Kooperation untereinander - sei es in Partnerarbeit, Klein- und Großgruppen oder im gesamten Klassenverband - gefördert werden, z.B. durch Auseinandersetzung und Verständigung mit anderen Vorstellungen und Ideen, durch gemeinsame Problemlösungen und durch das Erproben von Kompromissen bei Entscheidungen auf mehreren Ebenen (Arbeitsvorhaben, soziale Beziehungen).

Bei der Umsetzung der Handlungsorientierung bemühen wir uns, den Unterricht an geeigneten Stellen fächerübergreifend zu gestalten. Dabei bieten sich besonders bei der Projektarbeit vielfältige Möglichkeiten. Unsere Schule kann dabei auf geeignete Lern- und Arbeitsmittel und die notwendige personelle und technische Ausstattung der Unterrichtsräume zurückgreifen.

Besonders hervorzuheben sind die Fachräume des KKB (Fachraum für Didaktik und Methodik, Snoezelenraum, Kunst- und Werkraum, Lernküchen, Textilfachräume, Friseurfachräume, Informatikräume), die vielfältige Lernchancen und praktische Übungen in einem besonderen Maße ermöglichen.

1.4 Berufsorientierung

Dem Charakter eines Berufskollegs entsprechend, ist der Unterricht des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs von einem hohen Anteil praktischen Arbeitens geprägt, das im späteren Berufsfeld von Bedeutung ist. Berufsorientierung wird hier gelebt, z.B. in Form der Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler im schuleigenen "Kaffee Käthe", in Form von Unterricht in Nahrungszubereitung und Wäschepflege sowie durch spezielle Angebote wie Erste-Hilfe-Kurse am Kleinkind oder in das Curriculum integrierte Pflichtpraktika. Externe Experten oder berufsbezogene Exkursionen unterstützen das Kollegium in vielen Bereichen.

Wir bemühen uns, jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu unterstützen und zu fördern. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Laufbahn- und Berufsberatung, die in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt wurde (siehe auch Kap. 5). Die Schülerinnen und Schüler der hauswirtschaftlichen Abteilung erarbeiten beispielsweise einen Berufswahlpass, der ihnen hilft, ihre eigenen Stärken und Schwächen, verborgenen Talente und Fähigkeiten zu entdecken und weiter zu entwickeln. In allen Bildungsgängen finden intensive Beratungsgespräche statt, um die Schülerinnen und Schüler und Studierenden bei ihrer Berufswahl zu unterstützen. Hierbei werden Berufsberater der ARGE eingebunden. Auch bestehen Kooperationsverträge mit der Agentur für Arbeit, die konkrete Vereinbarungen festlegen.

Um eine Stellensuche zu vereinfachen, hängen wir monatlich Listen mit freien Ausbildungsstellen für die Region Remscheid/Solingen aus, auf die sich die Schülerinnen und Schüler gezielt und schnell bewerben können.

Nicht zuletzt bieten wir mit der Teilnahme am Remscheider Ausbildungsmarkt alle zwei Jahre die zusätzliche Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler und Studierenden gezielt an den Arbeitsmarkt heranzuführen und Möglichkeiten aufzuzeigen.

1.5 Leistungsbewertung

Unsere Notengebung und Leistungsbewertung entsprechen den gesetzlichen Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Berufskollegs (APO-BK). Um die Qualität der schulischen Arbeit langfristig zu sichern und zu verbessern, arbeitet das KKB eng mit den abgebenden Schulen der Sekundarstufe I zusammen. Im Arbeitskreis "Übergang Schule-Berufskolleg" sind Mindestvoraussetzungen und Zielerwartungen in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch formuliert worden, die für einen erfolgreichen Besuch des Berufskollegs nötig sind. Geplant ist ein weiterer Ausbau dieser Zusammenarbeit. Die Lehrkräfte der abgebenden Schulen sind darüber hinaus an vorher festgelegten Tagen eingeladen, im Unterricht zu hospitieren. Innerhalb der Schule wollen wir die Möglichkeit des Teamteachings ausbauen.