Kapitel 5: Beratungsarbeit

Die Schülerinnen und Schüler haben das Recht, in allen grundsätzlichen und wichtigen Schulangelegenheiten umfassend informiert zu werden. Es gehört zu den pädagogischen Aufgaben der Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler, ihre Erziehungsberechtigten und die für die Berufsausbildung Mitverantwortlichen über die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung und über Fragen der Erziehung, der Schullaufbahn und des weiteren Bildungswegs zu informieren und zu beraten. Diese Beratung soll für Eltern in Form von Elternsprechtagen, von festgelegten Elternsprechstunden bzw. individuell abgesprochenen Sprechzeiten erfolgen.

Obwohl das Beraten zu den allgemeinen Aufgaben jeder Lehrkraft gehört, haben sich einzelne Kolleginnen und Kollegen auf bestimmte Beratungsaspekte spezialisiert. Sie ergänzen und intensivieren das Beratungsangebot der übrigen Lehrkräfte und entlasten das Kollegium.

Unser Beratungsteam besteht mit den beiden Verbindungslehrkräften aus insgesamt fünf Lehrkräften. Sie teilen sich die nach zwei Schwerpunkten gegliederten Beratungsaufgaben:

- Die Schullaufbahn- und Berufsberatung
- Die Konflikt- und Lebensberatung, einschließlich der Sucht- u. Drogenberatung.

Drei Beratungslehrkräfte haben an einer Fortbildung der Bezirksregierung zur Qualifikationserweiterung für Beratungslehrkräfte teilgenommen, zwei dieser Lehrkräfte haben sich außerdem durch die Stiftung Partner für Schule NRW zu Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung (StuBO) qualifiziert.

Auf einer Schautafel im Eingangsbereich der Schule stellen sich die Beratungslehrkräfte mit ihrem Beratungsangebot vor. Sie stehen zu festen Sprechzeiten und nach Vereinbarung für Gespräche zur Verfügung. In einem eigenen Beratungsraum können Gespräche mit bis zu vier Personen in ungestörter und freundlicher Atmosphäre geführt werden. Der Raum kann grundsätzlich von allen Kolleginnen und Kollegen genutzt werden. Vorrang haben jedoch stets die ausgewiesenen Beratungslehrkräfte.

In Zukunft ist die Ausstattung des Beratungsraums mit einem PC oder Laptop vorrangig. Außerdem soll eine Möglichkeit zur abschließbaren Aufbewahrung von Beratungsunterlagen geschaffen werden. Weitere Beratungs-/Besprechungsräume sind im Zuge der Umbaumaßnahmen geplant.

5.1 Schullaufbahnberatung

Ziel der Schullaufbahnberatung ist es, über alle Bildungsgänge des KKB umfassend zu informieren, d.h. über Zugangsvoraussetzungen, erreichbare Qualifikationen, Inhalte und Ziele des Unterrichts und den organisatorischen Rahmen.

Zielgruppen für dieses Beratungsangebot sind

- Schülerinnen und Schüler, die für den Besuch des Käthe-Kollwitz-BK geworben

werden sollen
- Schülerinnen und Schüler, die den Besuch des KKB anstreben
- Schülerinnen und Schüler, die das KKB bereits besuchen
- Erziehungsberechtigte der oben genannten Schülergruppen.

Diesem Zweck dienen verschiedene Veranstaltungen:

  • Im Dezember oder Januar bieten wir zwei Überblicksveranstaltungen am Abend an, zu denen über die Medien und die abgebenden Schulen eingeladen wird. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Bildungsgänge, nach angestrebten Abschlüssen (mittlerer und höherer Schulabschluss) getrennt, zunächst allgemein vorzustellen, um anschließend individuelle Fragen im Einzelgespräch zu klären.
  • Ab Dezember besuchen die Beratungslehrkräfte die interessierten abgebenden Schulen (Haupt- und Realschulen) und stellen unsere Bildungsangebote in den Abgangsklassen vor.
  • Im Februar, während der offiziellen Anmeldefrist, werden alle Schulinteressierten durch die Schulleitung, die Beratungslehrkräfte, die Bildungsgangsleitungen und die Schulsekretärin in Einzelgesprächen beraten.
  • Im Mai werden alle aufgenommenen Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigte zu einem weiteren Informationsabend eingeladen. Dort stellen wir die einzelnen Bildungsgänge mit ihren Besonderheiten hinsichtlich Praktika, Arbeitsmittel und Stundentafeln eingehend vor.
  • Den Beginn des neuen Schuljahres gestalten die Bildungsgänge mit ein oder zwei Einführungstagen, die der Orientierung im Bildungsgang und dem Kennenlernen dienen. In den Klassen der Fachschule, der Berufsfachschule für Kinderpflege und der Friseurinnen und Friseure werden diese Einführungstage in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ober-/Mittelstufen durchgeführt, so dass hier auch eine informelle Beratung durch erfahrene Mitschülerinnen und Mitschüler möglich ist.
  • In der regionalen AG "Übergang Schule - Berufskolleg" ist das KKB mit mehreren Lehrkräften aktiv an der Erarbeitung von Standards für die Eingangsvoraussetzungen in den Modulen Sozialverhalten, Englisch, Deutsch und Mathematik beteiligt.
  • Das KKB beteiligt sich am Remscheider Ausbildungsmarkt (RAM), einer Gemeinschaftsaktion der weiterführenden Schulen und ausbildenden Wirtschaftsunternehmen. Dort präsentieren wir uns als großer `Ausbildungsbetrieb´, u.a. mit dem von unseren Schülerinnen und Schülern betriebenen Kaffee Käthe, und informieren über unsere Bildungsgänge.

In allen Bildungsgängen können zukünftige Schülerinnen und Schüler zudem einzeln oder in Gruppen im Unterricht hospitieren, um sich einen Eindruck über den Bildungsgang zu verschaffen. Tage der offenen Tür finden in unregelmäßigen Abständen statt. Sie bieten der interessierten Öffentlichkeit Gelegenheit, sich über das Bildungsangebot am KKB zu informieren. Das KKB präsentierte sich mit allen seinen Bildungsgängen zuletzt im April 2008 aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens mit einem Tag der offenen Tür.

Alle Bildungsgänge stellen wir auf unserer Homepage www.kkb-rs.de vor. Dort werden häufig Fragen zur Schullaufbahn gestellt, Termine zu Beratungsgesprächen angefragt oder Bewerbungsunterlagen heruntergeladen.

Ein noch zu entwickelnder Evaluationsfragebogen sollte die Frage erfassen, ob unsere Beratungsangebote ausreichen, die richtigen Zielgruppen erreichen und inwieweit die durch Beratung ausgelösten Erwartungen erfüllt werden.

5.2 Studien- und Berufsberatung

Dieser Beratungsbereich betrifft vor allem unsere abgehenden Schülerinnen und Schüler und deren Angehörige. Oft möchten aber auch interessierte zukünftige Schülerinnen und Schüler schon vor der Anmeldung in einem Bildungsgang Informationen über die beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss dieses Bildungsganges haben.

Neben den unter 5.1. genannten Beratungsterminen werden folgende gezielte Angebote gemacht:

  • In der FOS führen wir den Besuch einer Fachhochschule durch, um eventuell bestehende Barrieren abzubauen. Die häufig auftretenden Fragen zur Studien- und Berufswahl beantworten wir in Zusammenarbeit mit den Medien und Beratern der Arbeitsagentur.
  • Wir vermitteln bei der Besetzung von offenen Praktikumplätzen und Arbeitsstellen.
  • Für alle Abschlussklassen vereinbaren wir regelmäßig einen Beratungstermin mit den zuständigen Vertretern der Arbeitsagentur. Durch einen Kooperationsvertrag mit der Arbeitsagentur werden einzelne Angebote institutionalisiert und ausgeweitet.
  • In den Ausbildungsgängen `Friseure´ und `Lehrgang Hauswirtschaft´ besteht regelmäßiger Kontakt zu den Ausbildungsberatern der zuständigen Stellen.

Neben diesen festen Beratungsangeboten besuchen wir auch mit einzelnen Klassen das Berufsinformationszentrum (BIZ) in Solingen und helfen in Einzelfällen bei der Suche nach Praktikums- oder Arbeitsstellen.

Das Beratungsteam steht mit zahlreichen Einrichtungen in Kontakt, die den Übergang von der Schule in den Beruf begleiten. Dazu gibt es regelmäßige Konferenzen im Rathaus sowie Einzelgespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern vor allem der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA), dem Internationalen Bund für Sozialarbeit (IB), der Gesellschaft für Berufliche Bildung (GBB), der Kompetenzagentur Remscheid (KOMPAZZ), dem Arbeitskreis SAfiR und der Arbeitsagentur.

Die Informationsveranstaltungen der Remscheider Wirtschaftsjunioren im Arbeitskreis Schule und Wirtschaft nutzen unsere Kolleginnen und Kollegen, um sich über die aktuelle Arbeitsmarktsituation in ausgewählten Betrieben der Bergischen Wirtschaft zu informieren.

Im Bereich Hauswirtschaft gibt es regelmäßige Treffen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern des Vorbereitungslehrgangs für die Hauswirtschafter/-innenprüfung, die den Informationsaustausch über Veränderungen im Berufsfeld ermöglichen.

Die bestehenden Kontakte zu externen Beratungseinrichtungen sollen weiter gepflegt und intensiviert werden.

5.3 Konflikt- und Lebensberatung

Konflikte, die sich im Schulalltag ergeben, wie z.B. Streit zwischen Schülerinnen und Schülern, Auseinandersetzungen mit Lehrkräften über Verhalten oder Leistungen bzw. Leistungsbewertungen von Schülerinnen und Schülern, Meinungsverschiedenheiten zwischen Lehrkräften oder mit der Schulleitung, versuchen die Beteiligten zunächst untereinander zu lösen. Beratungskräfte werden bei Bedarf eingebunden.

Den beiden Verbindungslehrkräften kommt eine besondere Beratungsaufgabe zu, indem sie die Schülerinnen und Schüler bei der Wahrnehmung ihrer Interessen und der Klärung ihrer Sichtweise unterstützen.

Die Beratungslehrkräfte bieten in ihrer Sprechzeit und zu vereinbarten weiteren Terminen Hilfe auch bei persönlichen Entscheidungen und Krisen an, z.B. bei übermäßiger Prüfungsangst, schwerer Krankheit, Unfällen, Beziehungskrisen, Partnerverlust, Verlust eines Angehörigen, Geldsorgen, Suchtproblemen oder Gewalterfahrung. Wenn eine tiefer greifende Beratung gewünscht wird, hilft die Beratungslehrkraft, die geeignete Stelle zu finden und zu kontaktieren. Zu diesem Zweck informieren sie sich fortlaufend über die unterschiedlichen Beratungsanbieter und haben in Zusammenarbeit mit dem kaufmännischen BK eine Übersicht mit einschlägigen Adressen zusammengestellt, die regelmäßig auf Aktualität überprüft wird. (vgl. Anhang I)

Die Beratungskräfte stellen sich während der ersten Unterrichtswochen in allen Klassen persönlich vor. Dadurch wird die Kontaktaufnahme zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften erleichtert. Seit 2009 wird das Beratungsangebot auf Initiative der SV durch ein System von Vertrauensschülerinnen und -schülern ergänzt.

5.4 Sucht- und Drogenberatung

Sucht- und Drogenberatung verstehen wir zuerst als Prävention. Diese findet in Form von Information und Reflexion des eigenen Verhaltens im Unterricht statt. Latent gibt es immer Suchtprobleme, auch bei unseren Schülerinnen und Schülern kommen sie vor. Bei individuellen Fragen kann die Suchtberatungslehrerin in ihrer Sprechzeit oder zu vereinbarten Terminen zu Rate gezogen werden. Bei Bedarf vermittelt sie an die hiesige Drogenberatungsstelle oder andere einschlägige Beratungseinrichtungen.

Die Suchtberatungslehrerin bildet sich ständig fort - durch regelmäßige Teilnahme an der AG der Remscheider Suchtberatungslehrer. Dort bereitet sie mit Referenten und Fallbesprechungen ihre Tätigkeit auf und nimmt neue Trends in der (auch lokalen) Drogenszene zur Kenntnis. Sie informiert in den Lehrerkonferenzen die Kolleginnen und Kollegen über aktuelle Entwicklungen.

Ein regelmäßiger Austausch des Kollegiums über Suchtprobleme und das Erkennen von solchen kann zu einem gelasseneren und effizienteren Umgang mit diesen Problemen beitragen.

5.5 Kollegiale Beratung

Das KKB hat ein überschaubares Kollegium. Traditionell besteht ein reger und offener Austausch über fachliche Fragen oder berufliche Konflikte mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Betrieben, Kolleginnen und Kollegen und der Schulleitung, der zumeist informell ist. Es besteht ein vierköpfiges Lehrerrat-Team, das auf vier Jahre gewählt wird und die Interessen der Kolleginnen und Kollegen vertritt.

5.6 Beratung durch externe Anbieter

Wie bereits ausgeführt, steht das Beratungsteam des KKB in Kontakt mit vielen Beratungsexperten im Raum Remscheid. Mit einzelnen Organisationen besteht darüber hinaus regelmäßiger Kontakt (vgl. Kapitel 4 und 5.2. sowie Anhang I).